Holzbackofen-Lexikon

Direkt befeuerter Holzbackofen

Zeichnung verschiedener direkt befeuerter Holzbacköfen

Ein direkt befeuerter Holzbackofen, auch Ausräumofen genannt, ist ein traditioneller Ofentyp, der direkt im Backraum befeuert wird. Diese Art von Holzbackofen unterscheidet sich von indirekt befeuerten Öfen und spielt eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Backwaren wie Brot, Pizza oder Kuchen in handwerklicher Weise.

Im selben Raum in dem das Holz verbrannt wird, werden auch die Speisen zubereitet.

Funktionsweise

Bei einem direkt befeuerten Holzbackofen wird das Feuer im Backraum, also dort, wo später das Backgut liegt, entfacht. Holz wird verbrannt, um die nötige Wärme zu erzeugen, und dabei heizen sich die Ofenwände und der Boden stark auf. Diese speichern die Wärme für den anschließenden Backprozess.

Zum Nutzung als ständig befeuerter Backofen z.B. für Pizza oder zum Grillen wird das Feuer je nach Konstruktion des Backraums zur Seite oder nach hinten geräumt. Anschließend folgt die Glut- und Abstehphase bis sich die Temperaturen im Backraum ausgeglichen haben. Es wird dann die Restglut und Asche ausgeräumt um danach das Backgut einzuschießen.

Zur bestmöglichen Nutzung der im Holz gespeicherten Energie sollte diese Ofenform mit Zügen ausgestattet werden um die Effizienz zu steigern.

Holzbackofen-Modelle mit direkter Befeuerung

Kommentare

6 Kommentare zu „Direkt befeuerter Holzbackofen“

  1. Avatar von Roland Stiegler
    Roland Stiegler

    Hallo, ich bin auf Youtube auf Ihren Kanal gestoßen und finde die Beschreibungen sehr gut gemacht.
    Derzeit plane ich auch eine Backofen in meinem Garten zu mauern. Der Ofen soll eine Backfläche von ca.60-70x90cm bekommen und soll eine Tonnenform haben. Mir stehen Ziegelsteine aus einem Abriss zur Verfügung mit denen ich das Gewölbe gerne mauern würde.
    Ist das damit möglich? Muss ich die Ziegel vorher nochmal irgendwie auf ihre Beständigkeit testen? Welchen Mörtel muss ich dafür verwenden?

    Aus welchem Beton muss die Grundplatte (auf dem Sockel) bestehen? Gibt es da besondere Ansprüche?

    Wenn Sie mir diese Fragen beantworten könnten wäre mir sehr geholfen.

    Vielen Dank im Voraus.

    1. Avatar von Daniel Reisinger

      Hallo, danke für das nette Feedback – freut mich sehr! 🙌
      Zu den Ziegelsteinen aus Abriss: Für das Gewölbe eines Holzbackofens empfehle ich sie eher nicht. Normale Ziegel neigen bei den starken Temperaturwechseln dazu zu reißen oder abzuspringen. Sicherer und langlebiger sind Schamottesteine.

      Für deine geplante Backfläche (ca. 60–70 × 90 cm) passt aus meiner Sicht ein Tonnenofen super – z. B. der BOTTO Bausatz:
      https://holz-feuer.shop/products/botto-tonnenofen-bausatz

      Grundplatte/Sockel: Als Sockelplatte nutze ich sehr gern Ziegelhordis. Und ganz wichtig: Unter dem Backofen (unter der Backfläche) muss gedämmt sein, sonst verlierst du enorm viel Hitze nach unten.

      Wenn du magst, schick mir kurz ein Foto/Skizze von deinem Platz im Garten – dann sag ich dir, wie du’s am saubersten aufbaust.

  2. Avatar von Peter Reimer
    Peter Reimer

    Guten Tag, ich baue bei mir zuhause im Garten unter der Überdachung aus Schamottsteine einen Pizzaofen.
    Der Innen Durchmesser vom Backraum beträgt 88 cm und ist im innenbereich 45 cm hoch.
    Ich habe vor einen Schornstein aus Edelstahl zu machen und dann das ganze noch komplett von außen mit Glaswolle zu isolieren und mit klinkersteine zu verklinkern.
    Meine Frage ist welchen Durchmesser muss der Schornstein in meinem Fall haben und wie hoch muss er noch über der Überdachung sein?

    1. Avatar von Daniel Reisinger

      Servus! Das hängt tatsächlich nicht nur vom Innendurchmesser ab, sondern vor allem von Backfläche + Speichermasse. Daraus ergibt sich die benötigte Holzmenge – und daraus wiederum das Rauchgasvolumen, nach dem man den Schornstein sauber berechnet.
      Als praxisbewährte Orientierung: Bei Holzbacköfen mit ca. 500–1000 kg Speichermasse und einer Backfläche um ~1 m² empfehle ich meist Ø 180 mm.
      Zur Höhe: eine wirksame Schornsteinhöhe von mind. 1,5 m, besser 3 m oder mehr (je nach Situation/Überdachung), bringt deutlich stabileren Zug. 🔥

  3. Avatar von Andreas Wulf
    Andreas Wulf

    Guten Tag,
    wir haben in unserem Dorf ein altes, kleines Backhaus stehen, das in den 80er Jahren restauriert und dann auch wieder benutzt wurde. Nach längerer Nutzungspause haben wir es im letzten Jahr wieder in Betrieb genommen, das Dach erneuert und die Kuppel des Ofens isoliert.
    Dabei haben wir die Hilfe und Ratschläge eines ortsansässigen Ofenbaumeisters in Anspruch genommen. Leider platzen auf der Innenseite des Ofens nicht nur der Lehmputz ab, auch von den Steinen platzen bis 2 cm starke Stücke ab. Der Ofen ist ca.150 Jahre alt und aus ungebranntem Ton. Ich habe den Eindruck, dass das eine Konstellation ist, mit der sich unser Ofen-Fachmann nicht wirklich auskennt.
    Können Sie uns dabei weiterhelfen oder kennen Sie jemanden, der das könnte? Wir planen (über unseren Heimatverein) ein (hoffentlich bezuschusstes) Projekt in 2026, um den Ofen wieder betriebsfertig zu bekommen. Wir leben in Nordhessen.

    1. Avatar von Daniel Reisinger

      Hallo Andreas Wulf,
      danke für dein Kommentar – das klingt nach einem spannenden Projekt, bei dem ich euch gerne praktisch unterstützen würde. Die Probleme mit dem ungebrannten Ton und dem abplatzenden Putz kenne ich gut, und hier kann ich euch mit meiner Erfahrung weiterhelfen.
      Damit ich den Zustand besser einschätzen kann, bräuchte ich ein paar aktuelle Fotos von:
      • den Abplatzungen an den Steinen (am besten mit Maßstab, z. B. einem Geldstück zum Vergleich),
      • dem Ofeninneren (Kuppel, Wände, Boden),
      • der Außenhülle (falls dort Risse oder Feuchtigkeit sichtbar sind).
      Schick mir die Bilder einfach per Mail, dann gebe ich euch eine konkrete Einschätzung zu:
      • der Ursache der Schäden,
      • den notwendigen Sanierungsschritten,
      • einer groben Kostenschätzung für Material und Arbeitsaufwand.
      Falls ihr möchtet, kann ich euch auch vor Ort beraten oder die Restaurierung selbst übernehmen – je nachdem, wie ihr es plant.
      Ich freue mich auf die Fotos und helfe euch gerne weiter!

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